Der Lucid Gravity ist kein weiteres großes Elektro-SUV, sondern ein sehr klar positioniertes Luxusauto für Menschen, die Reichweite, Raum und Schnellladen nicht gegeneinander ausspielen wollen. Für den deutschen Markt ist vor allem spannend, wie viel Substanz hinter dem eleganten Auftritt steckt und ob das Fahrzeug im Alltag wirklich so überzeugend ist, wie es die Daten versprechen. Ich ordne die Technik, den Platz, die Preise und die praktischen Grenzen ein, damit daraus eine brauchbare Kauf- oder Vergleichsbasis wird.
Die wichtigsten Punkte zum Gravity auf einen Blick
- In Deutschland startet der Grand Touring laut Hersteller bei 116.900 Euro; der Touring wurde mit 99.900 Euro angekündigt.
- Der Grand Touring kommt auf bis zu 748 km WLTP, 617 kW und 0 auf 100 km/h in 3,6 Sekunden.
- An einem passenden DC-Schnelllader soll das SUV bis zu 400 km in 14 Minuten nachladen können.
- Das Modell bietet bis zu 7 Sitze, 3.398 Liter Laderaum und eine Anhängelast von 2.500 kg mit Paket.
- Der Gravity ist eher ein luxuriöser Reisewagen als ein kompaktes City-SUV. Größe, Preis und Ladeprofil sollten deshalb bewusst zum eigenen Alltag passen.
Warum der Gravity in Deutschland gerade so viel Aufmerksamkeit bekommt
Ich sehe bei diesem SUV drei Dinge, die es in der Elektromobilität interessant machen: erstens die Kombination aus echter Drei-Reihen-Praxis und hoher Effizienz, zweitens die schnelle Ladefähigkeit auf Langstrecke und drittens ein Design, das nicht wie ein Kompromiss wirkt. Genau deshalb landet der Gravity nicht nur in der Kategorie „noch ein neues E-Auto“, sondern in einem sehr scharf definierten Premiumsegment.
Für Deutschland nennt Lucid für den Grand Touring einen Startpreis von 116.900 Euro; der Touring wurde mit 99.900 Euro angekündigt. Das ist klar Oberklasse, aber kein reiner Imagepreis, wenn man bedenkt, dass hier ein vollwertiges Familien- und ReisesUV mit Luxusanspruch, großer Batterie und ernsthafter Schnellladeleistung verkauft wird. Für mich ist das die zentrale Einordnung: Der Gravity will nicht nur beeindrucken, er will im Alltag funktionieren.
Hinzu kommt, dass das Modell bereits 2026 als World Luxury Car of the Year auftaucht und damit nicht nur als Newcomer, sondern als ernstzunehmender Mitspieler wahrgenommen wird. Wer in Deutschland heute über das Auto nachdenkt, schaut also nicht auf eine ferne Studie, sondern auf ein sehr konkretes Luxus-E-SUV mit klarer Marktabsicht. Genau deshalb lohnt sich der Blick ins Detail.
Wenn das Auto so klar auf große Reisen zielt, entscheidet als Nächstes vor allem eines: Wie viel Nutzwert steckt im Innenraum?

Innenraum und Raumgefühl sind seine stärkste Karte
Der Innenraum ist der Bereich, in dem der Gravity seine Luxusidee am besten verkauft. Das SUV bietet Platz für bis zu 7 Erwachsene, und Lucid hat die zweite und dritte Reihe so ausgelegt, dass sie nicht nur als Notsitz funktionieren. Das ist in dieser Klasse ein echter Unterschied, weil viele Siebensitzer zwar formal sieben Plätze haben, praktisch aber eher fünf gute Sitze plus zwei Behelfslösungen bieten.
| Merkmal | Wert | Praxisnutzen |
|---|---|---|
| Sitzplätze | Bis zu 7 Erwachsene | Familien und Vielreisende bekommen echte Zusatzplätze statt bloßer Pro-forma-Sitze. |
| Laderaum | Bis zu 3.398 Liter | Deutlich entspannter für Urlaub, Kinderwagen, Sportgerät oder Geschäftsgepäck. |
| Hinter der dritten Reihe | 780 Liter | Auch voll besetzt bleibt der Kofferraum nutzbar. |
| Frunk | 230 Liter | Ideal für Ladekabel, Taschen oder Dinge, die man getrennt verstauen will. |
| Innenraum-Extras | Tray Tables, USB-C, 230-V-Steckdose | Der Wagen kann unterwegs zum mobilen Büro oder zur Familien-Lounge werden. |
Gerade die kleinen, durchdachten Details machen den Unterschied. Sliding Seats in der zweiten Reihe, klappbare Reihen, mehrere Stromanschlüsse und die Möglichkeit, den Innenraum stark zu variieren, sind nicht nur Prospektmaterial, sondern echte Alltagserleichterungen. Dazu kommen Dinge wie ein 34-Zoll-6K-OLED-Display, ein optionales AR-Head-up-Display, ein 22-Lautsprecher-System, vier Klimazonen und massierende Vordersitze. Das wirkt nicht überladen, sondern konsequent luxuriös.
Praktisch ist außerdem die Smartphone-Integration: Lucid kündigt für den Gravity auch wireless Apple CarPlay und Android Auto an. Genau solche Punkte entscheiden im Alltag oft mehr als die nächste spektakuläre Zahl aus dem Datenblatt. Und damit landet man automatisch bei der Frage, ob die Technik auch auf der Langstrecke so stark ist wie der Innenraum.
Reichweite, Laden und die Rolle der 926-Volt-Architektur
Der technische Kern des Grand Touring ist die 926-Volt-Architektur. Für den Fahrer klingt das zunächst abstrakt, in der Praxis bedeutet es vor allem schnellere und länger anhaltende Ladeleistung, wenn die Infrastruktur mitspielt. Laut Lucid soll das SUV an einem passenden 400-kW-DC-Lader in 14 Minuten bis zu 400 km nachladen können. Das ist genau die Art von Zahl, die auf der Autobahn einen echten Unterschied macht.
| Datenpunkt | Grand Touring | Was das im Alltag heißt |
|---|---|---|
| Akku | 123 kWh | Großer Energiespeicher für weite Etappen und hohe Reserven. |
| WLTP-Reichweite | 712 bis 748 km | Sehr starke Langstreckenzahl, abhängig von Felgen und Konfiguration. |
| Verbrauch | 18,2 bis 19,1 kWh/100 km | Für ein großes Luxus-SUV bemerkenswert effizient. |
| Leistung | 617 kW / 839 PS | Mehr als genug Reserven für Autobahn, Überholen und beladenen Betrieb. |
| 0 bis 100 km/h | 3,6 Sekunden | Sportwagenniveau in einem sehr großen Auto. |
Wichtig ist die nüchterne Einschränkung: Diese Werte gelten nicht unter allen Bedingungen. Temperatur, Ladezustand, Felgengröße und reale Ladeleistung der Säule bestimmen das Ergebnis stark mit. Ich würde das SUV deshalb nicht als „immer 400 km in 14 Minuten“-Auto verkaufen, sondern als Fahrzeug, das im besten Fall und an der richtigen Infrastruktur genau das kann. Das ist ein großer Unterschied, aber ein ehrlicher.
Ein weiterer Pluspunkt ist der Fahrkomfort. Serienmäßig kommt eine Luftfederung zum Einsatz, optional gibt es ein Dynamic Handling Package mit Triple-Chamber-Luftfederung und aktiver Hinterachslenkung. Gerade bei einem Auto mit über fünf Metern Länge ist das keine Spielerei, sondern ein sinnvoller Beitrag zum Rangieren und zur Ruhe auf der Autobahn. Wer viel fährt, merkt solche Unterschiede schneller als jede Marketingaussage.
Nach Reichweite und Laden stellt sich fast automatisch die Frage, welche Version für wen sinnvoll ist.
Grand Touring und Touring im direkten Vergleich
Aus Käuferperspektive ist die Baureihe ziemlich klar aufgebaut: Der Grand Touring ist das technische Flaggschiff, der Touring der günstigere Einstieg. Für Deutschland hat Lucid die Preisstruktur bereits kommuniziert, und genau daran würde ich die Entscheidung zuerst aufhängen. Die Frage lautet nicht nur „wie schnell“, sondern vor allem „wie viel Technik brauche ich wirklich für meinen Alltag“.
| Version | Status in Deutschland | Einordnung | Für wen sie passt |
|---|---|---|---|
| Touring | Mit 99.900 Euro angekündigt | Preislich der vernünftigere Einstieg in die Baureihe | Wenn Budget und Luxusanspruch zusammenkommen sollen, aber nicht die maximale Spitze nötig ist. |
| Grand Touring | Bestellbar, ab 116.900 Euro | Reichweiten- und Technik-Topversion | Wenn Langstrecke, Leistung und maximale Ausstattung im Vordergrund stehen. |
Der Grand Touring ist der Typ Auto, der die Schlagzeilen bekommt. Der Touring ist vermutlich der vernünftigere Kauf, sobald man nicht jede Zahl maximieren will. Ich halte das für wichtig, weil gerade in der Luxusklasse schnell der Fehler gemacht wird, nur auf das stärkste Modell zu schauen. Manchmal ist die abgeschwächte Variante die klügere Lösung, weil sie den gleichen Charakter zu einem deutlich entspannteren Einstiegspreis liefert.
Wer bereits weiß, dass sieben Sitze, Anhängelast und große Reisereserven Priorität haben, wird trotzdem eher zum Grand Touring tendieren. Wer dagegen vor allem den Lucid-Look, moderne Technik und ein hochwertiges E-SUV will, kann den Touring sehr ernsthaft prüfen, sobald er im deutschen Konfigurator sauber verfügbar ist. Und genau hier wird der Vergleich mit anderen Luxus-SUVs interessant.
Wie er sich gegen BMW iX, Mercedes EQS SUV und Volvo EX90 einordnet
Im deutschen Markt trifft der Gravity auf sehr starke Konkurrenz. Der BMW iX punktet mit etabliertem Netzwerk und vertrautem Fahrgefühl, der Mercedes EQS SUV mit klassischem Oberklasse-Komfort und Markenprestige, der Volvo EX90 mit Sicherheitsimage und skandinavischer Zurückhaltung. Der Gravity versucht dagegen, ein anderes Profil zu setzen: mehr Raumgefühl, sehr hohe Ladeleistung und ein technischer Auftritt, der sich nicht anfühlt wie ein Ableger bestehender Verbrenner-Logik.
| Vergleichspunkt | Was der Gravity stark macht | Wo die Rivalen oft im Vorteil sind |
|---|---|---|
| Schnellladen | Sehr hohe Ladeleistung und 926-Volt-Architektur | BMW und Mercedes sind beim Lade-Ökosystem und in der Infrastrukturbindung für viele Käufer vertrauter. |
| Raumangebot | Echte 7-Sitzer-Option mit großem Kofferraum | Der EQS SUV wirkt oft limousinehafter, der EX90 ruhiger und schlichter. |
| Technikgefühl | Sehr eigenständig, sehr modern, sehr fokussiert auf Effizienz | BMW und Mercedes bieten in Deutschland mehr Markengefühl und eine längere Vertrautheit. |
| Luxuswirkung | Mutiger, futuristischer, etwas exklusiver | Mercedes gewinnt bei klassischer Oberklasse-Inszenierung, BMW bei Fahrdynamik und Servicebekanntheit. |
| Alltag in Deutschland | Stark, wenn man zu Hause laden kann und Langstrecke fährt | Die deutschen Premiummarken haben noch immer das dichtere Händler- und Servicenetz. |
Mein Fazit an dieser Stelle ist bewusst pragmatisch: Wer das Auto rational nach Langstreckenwerten, Raum und Technik bewertet, muss den Gravity sehr ernst nehmen. Wer dagegen maximale Verfügbarkeit von Werkstätten, eine jahrzehntelange Markenhistorie und ein sehr dichtes Servicenetz priorisiert, bleibt bei BMW oder Mercedes wahrscheinlich entspannter. Genau diese Abwägung ist für Deutschland wichtig und wird von vielen Käufern unterschätzt.
Am Ende zählt nicht, welches Auto auf dem Papier die besten Zahlen hat, sondern welches im eigenen Alltag weniger Reibung erzeugt. Und das bringt mich zum praktischen Teil, den ich vor einer Bestellung in Deutschland immer prüfen würde.
Worauf ich in Deutschland vor der Bestellung achten würde
Bevor ich ein Auto wie dieses fest einplane, würde ich drei Fragen sehr nüchtern beantworten: Passt die Größe zu meinem Stellplatz, passt das Ladeprofil zu meinem Alltag und passt der Preis zu meinem Nutzungsbedarf? Gerade beim Gravity ist das wichtig, weil er mit über fünf Metern Länge, hoher Breite und klarer Luxusausrichtung keine spontane Vernunftentscheidung ist.
- Stellplatz und Rangieren: Das SUV ist groß, und auch wenn die optionale Hinterachslenkung hilft, sollte die Garage oder das Parkhaus realistisch vermessen sein.
- Lademöglichkeit zu Hause: Wer regelmäßig an der eigenen Wallbox lädt, holt aus der 926-Volt-Architektur den größten Nutzen. Ohne Heimladen verliert das Schnellladeargument an praktischer Stärke.
- Felgen und Konfiguration: Reichweite und Ladewerte hängen an den gewählten Rädern und der Ausstattung. Ich würde nicht blind die optisch größte Felge wählen, wenn Langstrecke wichtig ist.
- Anhängelast und Familienalltag: Mit dem optionalen Zugpaket sind bis zu 2.500 kg möglich, was für Wohnwagen oder größere Anhänger interessant ist.
- Service und Nähe: Lucid baut sein Netz in Europa und Deutschland aus, aber noch nicht in der Dichte der etablierten deutschen Premiumhersteller.
- Budget: Der Grand Touring startet in Deutschland bei 116.900 Euro, und Lucid nennt dafür auch Leasing ab 1.169 Euro im Monat inklusive Mehrwertsteuer.
Wenn ich das Auto in einem Satz einordnen müsste, würde ich sagen: Der Gravity ist am stärksten für Käufer, die ein luxuriöses Langstrecken-SUV suchen und bereit sind, dafür bewusst in ein noch junges Marken- und Servicenetz zu gehen. Wer genau diese Mischung aus Technik, Raum und Eleganz will, bekommt hier ein ungewöhnlich geschlossenes Angebot. Wer vor allem ein kompaktes, unauffälliges E-SUV sucht, sollte sich anderweitig umsehen.
Für mich ist das der eigentliche Reiz dieses Modells: Es versucht nicht, jedem alles recht zu machen, sondern zieht eine klare Linie zwischen Luxus, Alltag und Elektromobilität. Genau dadurch wirkt es glaubwürdig und bleibt im Gedächtnis.