Die wichtigsten Eckdaten zum Miura S auf einen Blick
- Ein guter Miura S liegt heute meist im Bereich von etwa 1,0 bis 2,0 Mio. Euro; Spitzenautos können darüber hinausgehen.
- Lamborghini nennt für den P400 S 338 gebaute Exemplare, also eine sehr kleine Stückzahl.
- Der S ist für viele Sammler der beste Kompromiss aus frühem Miura-Charme und stärkerer Leistung.
- Matching numbers, belegte Historie und korrekte Werksauslieferung wirken sich spürbar auf den Wert aus.
- Der Markt bezahlt bei diesem Modell eher Nachweisbarkeit als bloßen Glanz.
Was ein Miura S heute kostet
Wer heute einen Miura S kaufen will, sollte zuerst zwischen Auktionspreis, Privatmarktpreis und Angebotspreis unterscheiden. Auktionen liefern die beste Orientierung, weil sie echte Abschlüsse zeigen; Inserate liegen oft höher, weil Verhandlungsspielraum einkalkuliert ist. Für Deutschland und den europäischen Markt sehe ich den Miura S deshalb in einer groben Spanne von rund 1,0 bis 2,0 Mio. Euro für gute bis sehr gute Autos, während besonders starke Exemplare darüber liegen können.
| Zustand oder Profil | Realistische Preiszone | Einordnung |
|---|---|---|
| Solides Fahrerauto mit sauberer Technik | ca. 1,0 bis 1,4 Mio. Euro | Für Sammler interessant, wenn die Substanz ehrlich ist und keine größeren Überraschungen warten. |
| Sehr gutes, originalnahes Exemplar | ca. 1,4 bis 1,9 Mio. Euro | Hier landen oft Autos mit guter Dokumentation, korrekter Spezifikation und stimmigem Auftritt. |
| Top-Auto mit besonderer Historie | ca. 1,9 bis 3,0 Mio. Euro und mehr | Originalität, Provenienz und Ausnahmezustand treiben den Preis deutlich nach oben. |
Dass diese Spanne realistisch ist, zeigen jüngere Marktbewegungen sehr deutlich: Ein Miura P400 S wurde bei RM Sotheby's 2023 für 1,58 Mio. Euro zugeschlagen, ein weiteres gutes Exemplar erreichte 2026 im Marktumfeld sogar noch höhere Werte. Für mich ist das der Kern der Preisfrage: Der Miura S ist längst kein „schöner alter Lamborghini“ mehr, sondern ein Blue-Chip-Klassiker mit klarer Sammlerlogik. Genau deshalb lohnt es sich, die Ursachen für diese Bewertung sauber auseinanderzunehmen.
Im nächsten Schritt wird schnell klar, warum der S so stabil im oberen Marktsegment steht.
Warum dieser Klassiker seinen Preis hält
Der Miura S ist nicht einfach eine leicht überarbeitete Version des ersten Miura, sondern die für viele Käufer attraktivste Ausbaustufe. Er kombiniert das radikale Layout des Originals mit mehr Leistung und etwas mehr Alltagstauglichkeit. Lamborghini nennt für den P400 S 338 gebaute Fahrzeuge; diese Knappheit ist ein zentraler Preisfaktor, aber nicht der einzige.
- 370 PS statt 350 PS machen den S spürbar lebendiger als den frühen P400.
- Die überarbeitete Ausstattung wirkt im Alltag etwas reifer, ohne den Charakter zu glätten.
- Das Design von Bertone ist bis heute eine Referenz, nicht nur ein hübscher Retro-Look.
- Der Miura gilt als einer der ersten echten Supersportwagen, und genau diese historische Bedeutung wird bezahlt.
- Der Markt liebt Autos, bei denen Seltenheit und kultureller Rang zusammenkommen.
Ich halte den Miura S deshalb für einen Fall, bei dem der Preis weniger aus dem Alter des Autos entsteht als aus seiner Rolle in der Automobilgeschichte. Das macht ihn teurer als viele andere Klassiker aus derselben Epoche und erklärt auch, warum selbst gut genutzte Autos noch in sehr hohen Regionen gehandelt werden. Wer das versteht, fragt im nächsten Schritt zu Recht nach den Details, die den Wert konkret bewegen.

Welche Details den Preis am stärksten bewegen
Bei einem Miura S entscheiden oft Kleinigkeiten über sechsstellige Beträge. Das klingt dramatisch, ist in diesem Segment aber normal. Ich würde bei der Bewertung nie nur auf den Lack oder die Kilometer schauen, sondern zuerst auf die Fakten, die sich belegen lassen. Ein korrekt dokumentiertes Auto ist fast immer besser als ein optisch starkes, aber unklar aufgebautes Exemplar.
| Wertfaktor | Wirkung auf den Preis | Worauf ich achte |
|---|---|---|
| Matching numbers | deutlich positiv | Motor und Getriebe sollten zur originalen Identität passen, sonst sinkt das Sammlerinteresse schnell. |
| Werksfarbe und Originalität | stark positiv | Ein Auto in stimmiger, dokumentierter Originalfarbe wirkt oft glaubwürdiger als eine beliebige Neulackierung. |
| Lückenlose Historie | sehr positiv | Vorbesitzer, Rechnungen und alte Fotos geben dem Markt Sicherheit. |
| Qualität der Restauration | positiv oder negativ | Sauber restauriert ist gut, aber falsch detailliert oder zu stark modernisiert kostet Vertrauen. |
| Umbauten und Spezialspecs | meist gemischt | Ein Miura S in Jota-Anmutung kann teuer gebaut sein, ist am Markt aber nicht automatisch gleich viel mehr wert. |
| Unfall- oder Korrosionsgeschichte | deutlich negativ | Gerade bei Karosserie und Struktur sind spätere Reparaturen schnell kostspielig und wertmindernd. |
Ein guter Vergleich dafür ist ein Miura S in Jota-Spezifikation, bei dem der Umbau selbst mit mehr als 400.000 Euro veranschlagt wurde. Das zeigt, wie teuer Abweichungen von der Serie werden können, aber auch, dass Aufwand nicht automatisch 1:1 in Marktwert übersetzt wird. Für Sammler zählt bei diesem Auto eben nicht nur, was investiert wurde, sondern vor allem, wie glaubwürdig das Ergebnis ist. Von dort ist es nur ein kleiner Schritt zum direkten Vergleich mit den anderen Miura-Varianten.
Miura S, P400 und SV im direkten Vergleich
Der Miura S wird am Markt oft als Sweet Spot gesehen, und diese Einordnung ist aus Käufersicht durchaus nachvollziehbar. Der frühe P400 ist historisch spannend, der SV ist die ultimative Ausbaustufe, und der S sitzt genau dazwischen. Für die Preisbildung bedeutet das: Der S ist teurer als viele P400, aber meist günstiger als ein wirklich starkes SV-Exemplar.
| Variante | Gebaut | Leistung | Marktrolle heute |
|---|---|---|---|
| P400 | 265 | 350 PS | Der frühe Einstieg in die Miura-Welt, oft etwas niedriger bewertet als der S. |
| P400 S | 338 | 370 PS | Für viele Sammler der ausgewogenste Miura mit sehr starkem Preis-Leistungs-Profil im Hochpreissegment. |
| SV | 150 | 385 PS | Die Spitze der Baureihe, meist mit den höchsten Preisen und dem größten Sammlerprestige. |
Der entscheidende Punkt ist aus meiner Sicht dieser: Ein sehr gutes S-Exemplar kann am Markt überzeugender sein als ein schwaches SV. Deshalb lohnt es sich nicht, nur auf die Modellhierarchie zu schauen. Wer nur nach „höchste Version = bester Kauf“ denkt, übersieht schnell, dass Zustand und Dokumentation bei einem Auto dieser Liga den Ausschlag geben. Genau deshalb muss man beim Kauf in Deutschland sehr sauber vorgehen.
Worauf Käufer in Deutschland vor dem Kauf achten sollten
Beim Miura S ist die eigentliche Kaufentscheidung oft eine Frage der Vorbereitung. Ich würde nie nur auf den ersten Eindruck oder auf die Farbe gehen. Zu viel Geld hängt an diesem Auto, und zu viele Fehler werden erst spät sichtbar. Eine seriöse Prüfung spart hier mehr als sie kostet.
- Technische Begutachtung durch einen Spezialisten, idealerweise mit Erfahrung bei Lamborghini-V12-Klassikern.
- Prüfung von Fahrgestell- und Motornummern, damit das Auto wirklich zur Historie passt.
- Dokumentierte Restaurierungen statt bloßer Aussagen des Verkäufers.
- Korrosions- und Unfallcheck an Karosserie, Struktur und Unterboden.
- Reservemittel für die erste Saison, weil selbst gute Autos nach dem Kauf oft noch Feinabstimmung brauchen.
In Deutschland kommt noch ein praktischer Punkt dazu: Ein exotischer Klassiker dieser Klasse braucht eine saubere Einordnung für Versicherung, Lagerung und Werkstattnetz. Wer dafür kein Konzept hat, zahlt später oft doppelt, auch wenn der Kaufpreis zunächst attraktiv wirkte. Ich würde deshalb den Kauf nie isoliert sehen, sondern immer als Gesamtbudget für Besitz und Pflege. Damit ist die letzte Frage naheliegend: Wie liest man den Markt so, dass man nicht auf ein hübsches, aber schlechtes Exemplar hereinfällt?
Die drei Signale, die ich bei einem Miura S zuerst prüfe
Wenn ich einen Miura S in die Hand bekomme, starte ich nicht mit dem Lack, sondern mit drei sehr einfachen Fragen. Erstens: Ist die Geschichte lückenlos? Zweitens: Ist die Konfiguration glaubwürdig und korrekt? Drittens: Ist das Auto ehrlich erhalten oder bereits so oft nachbearbeitet worden, dass die Substanz schwer zu beurteilen ist?
- Lückenlose Historie ist meist wichtiger als ein frischer, aber unklarer Auftritt.
- Originalität schlägt bei diesem Modell häufig eine teure, aber falsche Perfektion.
- Substanz vor Optik ist die richtige Reihenfolge, wenn der Preis siebenstellig ist.
Wer den Miura S so bewertet, versteht den Markt schnell: Es ist ein seltener Millionenklassiker, bei dem saubere Provenienz und richtige Details den eigentlichen Preis machen. Für Deutschland heißt das praktisch, dass ein gutes Exemplar heute meist im unteren bis mittleren siebenstelligen Bereich liegt und außergewöhnliche Autos deutlich darüber hinausgehen können.