Das BMW i4 Facelift ist kein radikaler Schnitt, sondern eine gezielte Nachschärfung an den Stellen, die im Alltag wirklich zählen: Effizienz, Reichweite, Bedienung und Premium-Anmutung. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick, denn der i4 ist heute nicht nur optisch aktueller, sondern auch technisch spürbar reifer. Ich ordne die Änderungen ein, zeige die wichtigsten Varianten und erkläre, für wen sich der überarbeitete i4 in Deutschland tatsächlich lohnt.
Die wichtigsten Punkte zum überarbeiteten i4 auf einen Blick
- Seit dem Modell-Update 2024 wirkt der i4 außen frischer und innen moderner, seit 2025 fährt er zusätzlich effizienter.
- Der größte technische Gewinn kommt von den neuen Leistungselektronik-Komponenten mit SiC-Technik, die Verbrauch und Reichweite verbessern.
- Der eDrive40 ist für mich der ausgewogenste Antrieb, der xDrive40 die vernünftige Wahl für Traktion, der M60 die klare Performance-Variante.
- DC-Laden klappt je nach Version mit bis zu 180 oder 205 kW; der Bereich von 10 auf 80 Prozent dauert rund 30 Minuten.
- Die Preisspanne in Deutschland beginnt bei rund 57.600 Euro und steigt mit Antrieb und Ausstattung schnell deutlich an.

Was das Facelift am i4 wirklich verändert hat
Optisch bleibt BMW beim i4 bewusst zurückhaltend. Genau das halte ich für klug, weil das Auto schon vor dem Update eine starke Silhouette hatte: lang, flach, sportlich und klar als Gran Coupé erkennbar. Die auffälligsten Änderungen sitzen vorne in der neuen Lichtgrafik und der überarbeiteten Niere, hinten in den optionalen Leuchten mit Lasertechnik sowie im aufgefrischten Innenraum.
Wichtiger als die Optik ist aber das, was BMW im Hintergrund angefasst hat. Der i4 bekam ein überarbeitetes Infotainment mit BMW Operating System 8.5 und QuickSelect, dazu ein moderneres Bedienkonzept mit weniger Tasten, neuen Luftauslässen, neuem Lenkrad und mehr Ambientebeleuchtung. Für ein Premium-Elektroauto ist das keine Spielerei, sondern ein echtes Nutzungsplus, weil der Innenraum dadurch ruhiger und gleichzeitig zeitgemäßer wirkt.
- Vorne sorgen schmalere Scheinwerfer und die neue Lichtsignatur für ein präziseres Gesicht.
- Die halb geschlossene Niere unterstreicht den Elektrocharakter, ohne den i4 künstlich futuristisch wirken zu lassen.
- Im Innenraum machen das neue Lenkrad, die Wasserfallbeleuchtung und die reduzierte Tastenlandschaft den größten Unterschied.
- Das Update von 2025 bringt die technisch spannendere Neuerung: neue SiC-Halbleiter in der Leistungselektronik.
Gerade dieser technische Teil ist entscheidend, weil er den i4 nicht nur moderner, sondern im Alltag sinnvoller macht. Damit ist der Wagen heute weniger eine Design-Revision als eine sauber nachgeschärfte Elektro-Limousine mit Coupé-Charakter. Als Nächstes stellt sich deshalb die Frage, welche Antriebsvariante für welches Profil am besten passt.
Welche Version sich für welchen Fahrer lohnt
Wenn ich den i4 als Kaufentscheidung betrachte, sehe ich vier sehr unterschiedliche Rollen. Nicht jede Version ist für jeden sinnvoll, und genau hier liegt bei diesem Modell der größte Denkfehler: Viele schauen zuerst auf PS-Zahlen, obwohl Reichweite, Antrieb und Preis im Alltag deutlich wichtiger sind.
| Modell | Leistung | WLTP-Reichweite | DC-Laden | Ab Preis in Deutschland | Mein Eindruck |
|---|---|---|---|---|---|
| eDrive35 | 210 kW / 286 PS | 424–514 km | 180 kW | ab rund 57.600 € | Der vernünftige Einstieg für Alltag und Pendelstrecken. |
| eDrive40 | 250 kW / 340 PS | 505–613 km | 205 kW | ab rund 61.300 € | Für mich der beste Allrounder im Programm. |
| xDrive40 | 295 kW / 401 PS | 434–551 km | 205 kW | ab rund 64.800 € | Die richtige Wahl bei viel Autobahn, Winter oder wechselndem Wetter. |
| M60 xDrive | 442 kW / 601 PS | 434–551 km | 205 kW | ab rund 73.700 € | Die klare Performance-Variante, emotional und teuer. |
Der eDrive35 ist keineswegs schwach, aber er ist die logischste Wahl, wenn du vor allem im Alltag unterwegs bist und nicht für jede Fahrt Leistung über Komfort stellst. Der eDrive40 ist für mich der Sweet Spot, weil er Reichweite, Ladeleistung und Fahrleistung am besten zusammenbringt. Der xDrive40 wird interessant, sobald du Traktion, winterliche Sicherheit oder häufige Autobahnfahrten höher gewichtest. Und der M60 ist kein Vernunftkauf, sondern ein sehr ernst gemeinter M-Ableger für Menschen, die den Preis und den Mehrverbrauch bewusst in Kauf nehmen.
Damit ist die Kaufentscheidung schon erstaunlich klar. Entscheidend ist jetzt, wie weit der i4 tatsächlich kommt und wie angenehm das Laden im Alltag funktioniert.
Reichweite und Laden im Alltag
BMW setzt beim überarbeiteten i4 auf zwei Batteriegrößen: 67,1 kWh beim eDrive35 und 81,3 kWh bei den stärkeren Versionen. Das ist kein Detail für Prospekte, sondern der Kern der Alltagstauglichkeit. Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, lebt mit dem i4 sehr entspannt. Wer nur öffentlich lädt, sollte sauber planen und nicht allein auf den WLTP-Wert schauen.
Die Ladezeiten sind für die Klasse ordentlich: an AC mit 11 kW dauert ein voller Ladevorgang je nach Modell rund sieben bis achteinhalb Stunden, an DC sind 10 bis 80 Prozent in ungefähr 30 Minuten realistisch. Das macht den i4 für Langstrecken brauchbar, auch wenn er kein Lade-Meister ist. Wer häufig Autobahn fährt, sollte außerdem wissen, dass große Räder und hohe Reisegeschwindigkeiten die Reichweite stärker drücken als die meisten Kunden beim ersten Blick erwarten.Im Test kam der xDrive40 im gemischten Alltag auf rund 450 Kilometer, also spürbar unter dem offiziellen Höchstwert. Genau das ist die gesunde Erwartungshaltung: nicht an der Prospekt-Reichweite festhalten, sondern mit einem brauchbaren Puffer kalkulieren. Im Sommer, bei moderatem Tempo und günstiger Konfiguration kann der i4 sehr weit kommen. Im Winter, bei 130 km/h und mit viel Nebenverbrauchern wird die Realität nüchterner.
- Für die Stadt und das Umland reicht der eDrive35 problemlos, wenn du regelmäßig laden kannst.
- Für Langstrecke ist der eDrive40 die ruhigere Wahl, weil er die beste Balance aus Reichweite und Verbrauch bietet.
- Für Winter und Alpenraum macht der xDrive40 mit Allrad mehr Sinn als jede Optikoption.
Reichweite ist beim i4 also kein Marketingthema, sondern eine Frage der Nutzung. Genau deshalb lohnt sich im nächsten Schritt der Blick darauf, wie sich das Auto fährt und ob der Komfort zum Preis passt.
Wie sich der i4 nach der Überarbeitung fährt
Der i4 bleibt ein BMW, und das merkt man sofort. Die eDrive-Modelle mit Hinterradantrieb wirken leichtfüßiger und natürlicher in der Balance, während die Allradversionen zusätzliche Ruhe und Traktion bringen. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt, aber nicht unkomfortabel. Auf guten Straßen fährt der Wagen sehr präzise, auf schlechten Belägen oder mit großen Rädern wird er spürbar fester.
Genau diese Mischung macht den i4 für mich interessant. Er versucht nicht, ein weichgespülter Gleiter zu sein. Stattdessen setzt er auf saubere Lenkung, stabile Kurvenlage und ein hochwertiges, kontrolliertes Gefühl. Das passt zu einem elektrischen Gran Coupé besser als reine Härte oder übertriebenes Filtern. Wer von einer klassischen BMW-Limousine kommt, findet sich deshalb schnell zurecht.
Auch die Praktikabilität ist besser, als die Coupé-Linie vermuten lässt. Der Kofferraum fasst 470 bis 1.290 Liter, dazu kommen fünf Sitzplätze und eine Anhängelast von bis zu 1.600 Kilogramm. Hinten ist der i4 nicht riesig, aber für zwei Erwachsene auf längeren Strecken absolut brauchbar. Drei große Personen im Fond würde ich nur für kürzere Etappen empfehlen. Das ist keine Schwäche, sondern die typische Kompromisslage eines sportlichen Viertürers.
Wer also ein leises, hochwertiges und fahraktives Elektroauto sucht, bekommt hier sehr viel Substanz. Als Nächstes geht es darum, ob der Preis das Paket trägt oder ob die Ausstattung den Charakter schnell teurer macht als nötig.
Preis, Ausstattung und die ehrliche Kaufentscheidung
Bei der Einordnung des Preises hilft ein nüchterner Blick auf die aktuelle Marktlage. Die ADAC-Kostenübersicht 2026 nennt den i4 eDrive35 ab rund 57.600 Euro, den xDrive40 ab rund 64.800 Euro und den M60 ab rund 73.700 Euro. Der eDrive40 liegt aktuell bei etwa 61.300 Euro. Damit ist klar: Der i4 ist kein Schnäppchen, aber auch kein Prestigeobjekt ohne Substanz. Er kostet vor allem dann viel, wenn du ihn mit den typischen Luxus-Extras auflädst.
Genau da passiert der eigentliche Preishebel. Große Räder, M-Paket, Laserlicht, hochwertige Dekore und weitere Komfortoptionen sehen im Konfigurator gut aus, bringen aber nicht automatisch den größten Nutzwert. Ich würde die Konfiguration deshalb immer von innen nach außen denken: Erst Antrieb und Reichweite, dann Räder, dann Komfort und erst ganz am Ende Optikdetails.
- Wenn du täglich pendelst und selten weit fährst, reicht der eDrive35 meist aus.
- Wenn du ein einziges Auto für alles suchst, ist der eDrive40 die vernünftigste Wahl.
- Wenn du oft auf nasser, winterlicher oder schneller Strecke unterwegs bist, lohnt sich der xDrive40.
- Wenn du den stärksten i4 willst, ohne Kompromisse bei der Power, führt kein Weg am M60 vorbei.
Für mich ist das die realistischste Lesart des Preis-Leistungs-Verhältnisses: Der i4 ist am stärksten, wenn er nicht als Showcar bestellt wird, sondern als gut konfigurierte, alltagstaugliche Premium-Elektrolösung. Wer nur die nackte Leistung kauft, zahlt schnell für Dinge, die im täglichen Gebrauch kaum etwas verändern. Wer sauber auswählt, bekommt dagegen ein sehr stimmiges Auto.
Worauf ich vor der Bestellung im i4 noch prüfen würde
Bevor ich unterschreibe, würde ich den Wagen ganz unspektakulär im eigenen Einsatzprofil abhaken. Nicht die Konfiguration im Prospekt entscheidet, sondern der Alltag auf deiner Strecke, mit deinem Ladeverhalten und deinem Komfortanspruch.
- Prüfe, ob du regelmäßig zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kannst.
- Fahre den i4 mit 18- und 19-Zoll-Rädern, wenn möglich, weil sich Komfort und Reichweite deutlich unterscheiden können.
- Sitze hinten selbst einmal ein, wenn du oft mit Familie oder Kollegen unterwegs bist.
- Überlege ehrlich, ob du Allrad wirklich brauchst oder nur das Gefühl, ihn zu wollen.
- Konfiguriere keine teuren Extras, die du im Alltag kaum wahrnimmst.
Unterm Strich ist der überarbeitete i4 einer der reifsten Premium-Stromer seiner Klasse. Er gewinnt nicht mit Revolution, sondern mit sauberer Abstimmung: mehr Effizienz, bessere Bedienung, starke Fahrleistungen und ein Auftritt, der auch 2026 noch hochwertig wirkt. Wenn ich heute einen sportlichen BMW als Elektroauto kaufen müsste, würde ich zuerst den eDrive40 fahren und erst danach entscheiden, ob Allrad oder M-Performance den Aufpreis wirklich rechtfertigt.